Geschichte
der Gemeinde Brunnenthal


Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
vor 1640 eher dünn besiedeltes, waldreiches Gebiet
1640 Georg Auer, Bauer in Haraberg, erfährt 1640 selbst die Heilkraft des Wassers aus seinem Brunnen, als er von einer schmerzlichen Gliederkrankheit verbunden mit ständigem Gewichtsverlust geheilt wird. Er sieht sich zuvor mehrmals im Traum beim Brunnen vor einer gemauerten "Creutz- oder Martersäulen", welche er nach seiner Genesung auch errichten läßt.
Der Wallfahrerstrom nimmt in Folge dieses Ereignisses schnell zu.
1668 Fertigstellung der Kirche, Einweihung 1671 durch den Passauer Weihbischof Jodok von Brandt.
1679 bis 1681 Der zunehmende Wallfahrerstrom führt zur Errichtung eines Badhauses. Das weite Einzugsgebiet der Wallfahrer (bis Salzburg und Brixen) und die Prominenz der Kurgäste (Pröbste von Suben und St. Nikola, Pfleger von Neuburg u. a.) sowie die namentlich Gesundeten gewährleisten einen florierenden Kurbetrieb.
1715 bis 1735 In diesem Zeitraum werden folgende Arbeiten bewältigt:
  + eine neue Orgel von Leopold Freund
  + Bau der Steinschnitterkapelle
  + Errichtung der Gnadenkapelle
  + Sanierung der Brunnenkapelle
  + Aufstockung des Kirchturms
Mitte des 18. Jh. Rückläufige Besucherzahlen läuten das Ende des Wallfahrer-Booms ein.
1774 Die bereits lang angestrebte Errichtung eines Beneficiums wird durch Bischof Leopold III. Ernst Graf von Firmian aus Passau verwirklicht.
1779 Es erfolgt der Anschuß des Innviertels an Österreich, wodurch die Kirche einen gewaltigen Vermögensverlust erleidet (die Bayern geben die in öffentlichen Fonds angelegten Kapitalien nicht mehr heraus).
Damit ist der Niedergang des Ortes besiegelt.
1785 Es erfolgt die Erhebung zur selbständigen Pfarre durch Kaiser Josef II. Der erste Pfarrer Andreas Hartwagner (gest. 1798) weiht am Allerheiligentag den neuen Friedhof ein (vorher ist der Friedhof um die Kirche von St. Florian/Inn auch die Begräbnisstätte der Brunnenthaler) und verkauft "wegen übler Wirtschaft und aus vielleicht übereilter Besorgnis, daß die Kirche nicht in Schulden gerate" an Georg Ortner, Wirt auf der Hueb. Seit 1815 ist dann das Badhaus bis in unsere Zeit nur noch ein Gasthaus (Bründlwirt).
1890 bis 1898 Eine umfassende "Restaurierung" der Kirche führt beinahe zum Untergang der wertvollen Kircheneinrichtung.
seit 1950 Das Geläute ist in beiden Weltkriegen verloren gegangen. Seit 1950 hängen vier Glocken in den Tönen f, as, b und des mit einem Gesamtgewicht von 1.936 kg aus der Glockengießerei Oberascher in Salzburg im Turm.
1975 bis 1983 Alle kirchlichen Baulichkeiten werden mit viel Mühe einer Renonierung unterzogen, wobei der ursprüngliche Zustand so weit als möglich wieder hergestellt wird.
2003 Feierliche Eröffnung des neuen Amtsgebäudes und des neugestalteten Dorfplatzes mit dem Brunnen.


Bürgermeister der Gemeinde Brunnenthal

Jahr Bürgermeister
1850 Mathias Salletmayer
1876 Josef Wimmeder
1879 Josef Hechbauer
1882 Josef Haberl
1894 Ferdinand Hofmann
1898 Josef Salletmayer
1902 Josef Gangl
1904 Josef Degenberger
1906 Johann Bauer
1910 Josef Raidl
1913 Alois Hubinger
1919 Josef Salletmayer
1921 Josef Perzl
1924 Johann Bauer
1927 Franz Gangl
1945 Alois Holzinger
1961 Josef Salletmayr
1973 DI Hubert Veits
1982 Friedrich Veitschegger
2002 Roland Wohlmuth


Zum Gemeindewappen

"Von Silber und Blau mit Jochschnitt erniedrigt geteilt; oben eine rote heraldische Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern, umgeben von einem goldenen Ring."

Die Rose, Königin der Blumen, im Mittelalter Attribut der Jungfrauen, vertritt das Patrozinium der Pfarrkirche Mariä Heimsuchung. Der blaue Schildfuß im "Jochenschnitt" deutet auf die eisenhältige Heilquelle, das "Gnadenbad" (Augenbründl), ein schon im 17. Jahrhundert vielbesuchter Wallfahrtsort. - Entwurf des Wappens: Martin Stachl, Braunau am Inn.

Die Verleihung des Gemeindewappens und die Genehmigung der vom Gemeinderat am 6. Mai 1983 festgesetzten Gemeindefarben ("blau-gelb-blau") erfolgte durch einen Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 4. August 1983.